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Nicht wenige Menschen, die gegenüber der Öffentlichkeit nicht den Mut finden zu beten und ihre Einstellung verschweigen, gehören zur Schar der anonymen Beter. Selbst Friedrich Nietzsche berichtete wie in einem Selbstgeständnis:
Um Mitternacht schleicht sich der Mensch an das Grab seines Gottes, dort, wo ihn niemand sieht, vergießt er seine Tränen, denn seine Seele weiss, was sie verlor.“
BETEN heisst – beten wollen! Da heute so viele Menschen mit dem Beten ihre liebe Not haben, wollen wir an dieser Stelle Möglichkeiten zum Gebet aufzeigen und vielleicht dem einen oder anderen wieder einen Zugang zum Gebet eröffnen.
Gebete der Kirche
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
IIch glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde; und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn; empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Am dritten Tage auferstanden von den Toten; aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die Heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geiste, wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit, und in Ewigkeit. Amen
Persönliche Gebete
Kindheit
Lieber Gott! Dein Auge sieht mich überall. Deine Liebe begleitet mich auf allen Wegen. Ich danke für alles, was Du mir heute schenkst. Ich will Dir uns allen Menschen Freude machen. Amen.
Kein Tierlein ist auf Erden Dir, lieber Gott zu klein. Du ließt sie alle werden, und alle sind sie Dein. Zu Dir, zu Dir, ruft Mensch und Tier; der Vogel Dir singt, das Fischlein Dir springt, die Biene Dir brummt, der Käfer Dir summt, auch pfeifet Dir das Mäuslein klein, Herr Gott, Du sollst gelobet sein. (Clemens Brentano)
Jugend
Herr Jesus Christus! Du bist hier auf Erden einmal genauso alt gewesen, wie ich es heute bin. Hilf mir, dass alles, was ich heute bei meinen Eltern, in der Schule und mit meinen Freunden rede und tue, Deinem göttliche Willen entspricht. Lass auch mich zunehmen an Alter, an Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen. Amen.
Wer bist Du? Kenne ich Dich? Ich kenne zahllose Bilder von Dir! Man hat Dich als Herrscher dargestellt, als Leidensmann, als König. Als Lehrer stehst Du vor mir, als Hirte und machtvoller Redner. Dein Bild ist mir vertraut, aber ich frage mich dennoch: Kenne ich Dich? (Felizitas Betz)
Erwachsene/ Eltern
Diese meine Welt ist Deine Welt
Jeden Tag muss ich entscheiden, muss ich urteilen, muss ich sagen: „ja“ oder „nein“ ! Oder „ich weiss nicht“.
Herr, ich will Dein Zeuge sein, der nur seine Finger hebt: „So ist es gewesen, so wahr mir Gott helfe!“
Ich will mitreden, mitentscheiden, mitverantworten. Denn diese meine Welt ist Deine Welt.
Aber ich habe zuviel gesehen, zuviel erlebt, zuviel gelernt, um gleich zu rufen: „Hoch“ und „Nieder!“
Herr, ich zögere mit dem Urteil, weil ich Vorurteile hasse. Mir reicht eine Zeitung nicht, mir reicht eine Zeitung nicht.
Ich muss prüfen, vergleichen, ehe ich sage: „Dafür trete ich ein!“ „Dagegen trete ich auf!“ So bitte ich um Gnade Der Unterscheidung, um die Kraft zur Entscheidung.
Herr, kritisch will ich sein, mit mir selber, meinen Vorurteilen und Meinungen. Kritisch werde ich sein Gegenüber allen, die Lösungen in der Tasche haben, wie Zauberer die Tauben. …
Herr, bewahre mich vor Irrtum, vor Feigheit, vor Selbstbetrug, vor Vorurteilen, vor Verantwortungslosigkeit. … (Paul Roth)
Senioren
Ich bitte Dich Herr, um die große Kraft Diesen kleinen Tag zu bestehen, um auf dem großen Wege zu Dir einen kleinen Schritt weiterzugehen. (Ernst Ginsberg)
Anliegen
Um einen starken Glauben
Gib mir Herr, nicht Gold und Silber, sondern einen starken, festen Glauben. Ich suche nicht Lust oder Freude der Welt, sondern Trost und Erquickung durch dein heiliges Wort. Nichts begehre ich, das die Welt groß achtet, denn ich bin dessen vor dir nicht um ein Haarbreit gebessert. Sondern deinen Geist gib mir, der mein Herz erleuchte, mich in meiner Angst und Not stärke und tröste. Im rechten Glauben und Vertrauen auf deine Gnade erhalte mich bis an mein Ende. Amen.
(Martin Luther)
mystische Texte
O Seele, suche dich in mir, und Seele, suche mich in dir. Die Liebe hat in meinem Wesen dich abgebildet treu und klar; kein Maler lässt so wunderbar, o Seele, deine Züge lesen. Hat doch die Liebe dich erkoren als meines Herzens schönste Zier; bist du verirrt, bist du verloren, o Seele suche dich in mir.
Anbetung
Ich stehe hier in Deiner Nähe, spür Deinen Frieden tief in mir, Wie ich bin, so darf ich kommen, sprich nur ein Wort so bin ich frei. Refr..: Heilendes Wort, sprich Dein heilendes Wort, Dein heilendes Wort setzt mich frei. Ich gebe Dir mein ganzes Leben, in Deiner Nähe berg ich mich. Du allein hast Worte des Lebens, sprich nur ein Wort so bin ich frei. Refr...
Komm, Heiliger Geist, sende Komm, Heiliger Geist, sende vom Himmel Strahlen deines Lichtes.
Komm, Vater der Armen, komm, Geber von Gaben komm, Licht der Welt.
Vollkommener Tröster, süsser Gast der Seele, süsse Kühle.
Du bist wie eine Entspannung von der Arbeit, wie eine Erfrischung in der Hitze, wie Trost in den Tränen.
O bestes Licht, fülle die innersten Herzen deiner Gläubigen.
Ohne dich wären Menschen bedeutungslos und leer, nichts wäre harmlos.
Reinige das Schmutzige, wässere das Ausgetrocknete, heile das Verletzte.
Weiche das Verhärtete auf, erwärme das Erkaltete, leite das Verirrte.
Gib deinen Gläubigen, die auf dich vertrauen, die heilige siebenfache Gabe
Gib die verdiente Belohnung für unser Bemühem, gib ein gesundes Ende, gib ewige Freuden.
Amen. Alleluja.
(Stephen Langton, ca. 1160-1228)
Kostbarer Geist komm‘ Heiliger Geist komm‘ Komm, berühre mich, heile mich mich Kostbarer Geist komme, Heiliger Geist komme Komm' in mein Herz und setze mein Leben in Brand
Oh! Lass mein Herz mit Liebe brennen Mit Liebe zu meinem Herrn Lass die mächtige Kraft fließen Und befreie mich
Wenn die Zeiten der Prüfung kommen Und Versuchungen sich einstellen Lass mich festhalten an deiner kostbaren Liebe Bereite mich auf den Tag vor Den großen herrlichen Tag Wenn mein Herr wiederkommt um mich heim zu holen
Oh! Lass mein Herz....
Irischer Reisesegen
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen. Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen gegen Gefahren von links und rechts. Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen. Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, und dich aus der Schlinge zu ziehen. Der Herr sei in Dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist. Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen. Der Herr sei über dir, um dich zu segnen. So segne dich der gütige Gott. Amen.
Mein Helfer Ich habe keinen anderen Helfer als dich, keinen anderen Erlöser, keinen anderen Halt.
Zu dir bete ich. Nur du kannst mir helfen.
Die Not ist zu groß, in der ich jetzt stehe. Die Verzweiflung packt mich an, und ich weiß nicht mehr ein noch aus. Ich bin ganz unten, und ich komme allein nicht mehr hoch, nicht heraus.
Wenn es dein Wille ist, dann befreie mich aus dieser Not. Lass mich wissen, dass du stärker bist als alle Not und alle meine Feinde.
O Herr, wenn ich durchkomme, dann lass doch diese Erfahrung zu meinem und zum Heil meiner Brüder und Schwestern beitragen.
Du verläßt mich nicht. Ich weiß das. Aus Afrika
Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen. Bald wird kommen unser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott naht sich mit neuer Huld, dass wir uns zu ihm bekehren; er will lösen unsere Schuld, ewig soll der Frieden währen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen; Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten sprießen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen. Alten Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen trösten, und zum Mahl der Seligkeit ziehen die vom Herrn Erlösten. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil. Friedrich Dörr Gotteslob Nr. 106 Ev. Gesangsbuch Nr. 540
Wie schön ist es... Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, deinem Namen, du Höchster, zu singen, am Morgen deine Huld zu verkünden und in den Nächten deine Treue. Ps 92,2f
Lobpreis Über alle Welt bist Du der Herr, über jeden Berg, die Sonne und das Meer, doch mein größter Wunsch, das was ich begehr, ist Herr, regiere Du in mir. Alles was ich denk, und jedes Wort, soll ein Spiegel sein von Deiner Schönheit, Gott. Du bedeutest mir, mehr als alles hier, darum regiere Du in mir. Regier in mir in Deiner Kraft, über jeden Traum auch in tiefster Nacht. Du bist mein Gott, ich gehöre Dir, Darum regiere Du in mir... Brenton Brown, Vineyard Songs
Zuversicht Manchmal ist mein Gebet so wie ein Arm, den ich nach oben recke, um dir zu zeigen, wo ich bin, inmitten von Milliarden Menschen. Manchmal ist mein Gebet so wie ein Ohr, das auf ein Echo wartet, auf ein leises Wort, auf einen Ruf aus deinem Mund. Manchmal ist mein Gebet wie der Atem, um frischen Wind in mich hineinzuholen – Deinen Hauch. Manchmal ist mein Gebet wie eine Hand, die ich vor meine Augen lege, um alles abzuschirmen, was mir den Blick zu dir verstellt. Manchmal ist mein Gebet so wie ein Fuß, der fremden Boden prüft, ob er noch trägt, und einen Weg sucht, den ich gehen kann. Manchmal ist mein Gebet so wie ein Herz, das schlägt, weil ohne seinen Schlag das Leben nicht mehr weitergeht. Manchmal ist mein Gebet nur ein gebeugter Kopf vor dir zum Zeichen meiner Not und meines Dankes an dich. Einmal wird mein Gebet so wie ein Auge sein, das dich erblickt, wie eine Hand, die du ergreifst - das Ende aller Worte.
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